Carl Fieger Symposium
Bauhaus Dessau, 18. Juni 2014

Der Bauhaus-Dessau e.V. und die Stiftung Bauhaus laden zum 18. Juni 2014 zum Carl Fieger Symposium in das Bauhaus Dessau ein.
Auf dem Symposium wird das Wirken und das Werk von Carl Fieger vorgestellt und bedacht. Es sprechen Frau Dr. Uta Karin Schmitt, Kunsthistorikerin und Wolfgang Thöner, Leiter der Sammlung der Bauhausstiftung sowie Herr Prof. Dr. Wolfgang Paul zum 1993 gestifteten „Carl-Fieger-Preis“ zur Nachwuchsförderung für Architektur und Design.
Auf dem Symposium wird der Carl-Fieger-Preis den diesjährigen Gewinnern übergeben.

16.00 Uhr
Carl-Fieger-Symposium
Dr. Uta Karin Schmitt: Carl Fieger. Innovative Konzeptionen zwischen Wohnmaschine und Plattenbau.
Wolfgang Thöner: Der stille Praktiker im Hintergrund. Carl Fieger in den Bauhaus-Debatten um eine neue Architektur.

18.00 Uhr
Carl-Fieger-Preis
Übergabe des Nachwuchsförderpreises für das Jahr 2013 an die Preisträger für Architektur und Design durch den Vorsitzenden des Bauhausvereins und den Dekanen der Fachbereiche der FH Anhalt.
Prof. Dr. Wolfgang Paul: 20 Jahre Nachwuchsförderpreis „Carl Fieger“ für Architektur und Design.

Empfang
Abschliessend wird das Symposium in kleiner Runde mit Wasser, Wein und Brezeln ausklingen.

Zu Carl Fieger

Carl Fieger (1893-1960) war kein Mann der lauten Worte, kein Mann der Programme und ausgebreiteter Theorien. Seine bis heute sichtbaren Statements sind die eigenen Entwürfe, sowohl die Papier gebliebenen als auch die realisierten. Davon zeugen vor allem seine beiden Dessauer Bauprojekte – sein eigenes Wohnhaus in der Siedlung Törten (1927) und die Gaststätte Kornhaus an der Elbe (1929-1930). Bereits das Wohnhaus, mit neuer Bautechnik errichtet, fand als experimenteller Beitrag international Beachtung. Das Kornhaus gehört zu den herausragenden Dessauer Gebäuden der Moderne. Neben der Architektur geht die gesamte Innenausstattung des Hauses auf Entwürfe Fiegers zurück, darunter runde Stahlrohrstühle, die heute in der Sammlung der Stiftung Bauhaus Dessau aufbewahrt werden. Neben Ludwig Hilberseimer, Ludwig Mies van der Rohe, Lilly Reich und anderen Bauhäuslern präsentierte er auf der Deutschen Bauausstellung in Berlin 1931 seine Vorstellung vom modernen Wohnen.
Fieger, der immer auch freien gestalterischen Tätigkeiten nachging, arbeitete als langjähriger Mitarbeiter im Architekturbüro von Walter Gropius an wegweisenden Bauten der Moderne wie dem Fagus-Werk in Alfeld an der Leine und dem Dessauer Bauhausgebäude mit. Sowohl unter Gropius als auch unter Hannes Meyer lehrte er am Bauhaus.
Carl Fieger war einer von denjenigen, ohne die wohl kein Team mit kreativen wie individuellen Köpfen auf produktive Weise bestehen kann: Ein Mann des Vermittelns, des Unterstützens eines eingeschlagenen Weges zu einem gemeinsamen Projekt.
Nach dem Krieg kehrte er aus Berlin in das schwer zerstörte Dessau zurück, wo er sich aktiv für den Wiederaufbau der Stadt und eine Wiederbelebung des Bauhauses als Institution engagierte. Anfang der 1950er Jahre entwarf er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Deutschen Bauakademie Berlin den ersten Plattenbau in Berlin Treptow. Kurz darauf musste Carl Fieger seine Architektentätigkeit krankheitsbedingt beenden und starb 1960 in Dessau.

4. März 2014