CFP: Gestaltung ausstellen. Zeigeordnungen 1950-1970
Interdisziplinäre Tagung. HfG-Archiv Ulm
Einsendeschluss: 15. Mai 2018

Gestaltung ausstellen. Zeigeordnungen 1950–1970
Interdisziplinäre Tagung
Ulm, 29. bis 31. Oktober 2018

Seit dem Frühjahr 2017 fördert die VolkswagenStiftung das Forschungsprojekt
„Gestaltung ausstellen. Die Sichtbarkeit der HfG Ulm: von Ulm nach
Montreál“. Es wird gemeinsam geleitet und durchgeführt von Thomas Hensel
(Hochschule Pforzheim), Martin Mäntele (Museum Ulm) und Steffen Siegel
(Folkwang Universität der Künste, Essen).

Für die kurze Zeit von nur fünfzehn Jahren war die Ulmer Hochschule für
Gestaltung nicht allein einer der wichtigsten, das heißt für lange Zeit maßgebenden
Orte für die Entwicklung einer modernen Auffassung von Gestaltung;
die an dieser Hochschule tätigen Akteur*innen haben es überdies verstanden,
Prinzipien und Ergebnisse ihrer Arbeit mit großer Resonanz zu publizieren.
Unser Forschungsprojekt nimmt gerade von dieser Beobachtung seinen
Ausgangspunkt: Nicht Gestaltung von Produkten allein (also etwa des Industrie-
und Kommunikationsdesigns) spielte an der HfG eine große Rolle, sondern
auch das Nachdenken über die öffentliche Inszenierung von Gestaltung.

Eines der wesentlichen Instrumente solcher Öffentlichkeitsarbeit waren Ausstellungen.
Diese wurden während der gesamten Existenzdauer der HfG
ausgerichtet und erreichten dabei sowohl ein Publikum direkt vor Ort (innerhalb
der Ulmer Hochschule wie auch in der Stadt Ulm), in der näheren Umgebung
(darunter München und Stuttgart), aber auch international (unter anderem
in Mailand, Amsterdam und zuletzt im Rahmen der Weltausstellung in
Montréal). Für die praktische Design-Arbeit, die nach innen gewendete
Selbstverständigung und auch die nach außen gerichtete Selbstlegitimation
waren Ausstellungen eines der zentralen Medien der Ulmer HfG.

Die Tagung soll am historischen Ort, im ehemaligen, von Max Bill entworfenen
Gebäude der Hochschule für Gestaltung in Ulm, unter dem Titel „Gestaltung
ausstellen. Zeigeordnungen 1950–1970“ stattfinden. Unser Anliegen ist
es, den für unser Forschungsprojekt wesentlichen Zusammenhang von Design-
und Ausstellungsgeschichte der Nachkriegszeit in einem weiteren thematischen
wie zeitlichen Kontext zu diskutieren. Uns interessieren die Singularitäten
und Gegensätze, aber auch die Parallelen und Zusammenhänge mit
anderen Orten, Phänomenen und Entwicklungen. Benennen wollen
wir insbesondere drei thematische Schwerpunkte, die sich auf den Zusammenhang
von Gestaltung und Ausstellung beziehen:

(1) Politik und Ökonomie: Welche Rolle spielt die politische, gesellschaftliche
und ökonomische Sphäre für die Entwicklung von Gestaltung et vice versa
und, wichtiger noch, wie wird diese in Ausstellungen sichtbar, reflektiert oder
auch zurückgedrängt?

(2) Pädagogik: Welche Rolle spielt die hochschulpädagogische Arbeit bei der
Vorbereitung, Einrichtung und Ausrichtung von Designausstellungen und wie
wirken Ausstellungen zurück auf diese Arbeit? Wie lässt sich dieses Modell
auch für eine Arbeit mit und für die größere Öffentlichkeit anwenden?

(3) Ästhetik und Medialität: Welche Rolle spielt die Ästhetik nicht allein für die
gestalterische Arbeit, sondern wie wird die Reflexion solcher Einflüsse in
Ausstellungen selbst deutlich? In welchem Sinne lassen sich Ausstellungen
als ein meta-ästhetisches und meta-mediales Ereignis von ästhetischen und
medialen Prozessen beschreiben und untersuchen?

Indem wir den Akzent auf die zwei Jahrzehnte zwischen circa 1950 und 1970
setzen, wollen wir zu einer fokussierten Diskussion der Entwicklungen in
der Nachkriegsmoderne und vor dem Beginn einer postmodernen Designgeschichte
einladen. Gelegen ist uns an einer intensiven Diskussion, die das
Phänomen der Ausstellung zum Anlass nimmt, um über gesellschaftliche,
ökonomische, pädagogische, ästhetische und mediale Entwicklungen
nachzudenken. Ulm soll hierbei als ein – wenn auch exponiertes – Beispiel
von vielen angenommen werden.

Die Tagung ist öffentlich und soll stattfinden vom Montag, den 29., bis Mittwoch,
den 31. Oktober 2018. Die notwendigen Reise- und Übernachtungskosten
werden übernommen. Im Rahmen der Tagung wird es die Möglichkeit
geben, an einer Führung durch die von Christiane Wachsmann kuratierte
Ausstellung zum Ende der HfG Ulm teilzunehmen. Eine Publikation
der Beiträge in einem Buch ist vorgesehen.

Art der Meldung
Call für eine Tagung
Titel der Veranstaltung
Gestaltung ausstellen. Zeigeordnungen 1950-1970
Interdisziplinäre Tagung
Ort: Ulm

Emailadresse für Einreichungen
hfg-archiv@ulm.de

Deadline
15.05.2018
Titel des Calls
CFP: Vortragsexposé
Veranstaltende Institution
HfG-Archiv Ulm

Beginn: 29.10.2018
Ende: 31.10.2018

5. April 2018